Montag, 12. September 2016

Mirror von Karl Olsberg [Rezension]


Ich mag Nerd-Bücher aus der IT-Welt. Begeistert habe ich schon von Daniel Suarez „Daemon“, „Kill Decision“ und „Darknet“ oder das inzwischen schon antiquierte „Data Zone“ von Tsutomu Shimomura gelesen. Daher war für mich ganz klar, dass ich „Mirror“ lesen musste, denn das beinhaltet den Bereich KI (künstliche Intelligenz). Ein hochspannendes Themenkomplex. Vor kurzem hatte ich einige der Roboter-Romane von I. Asimov gelesen und auch dort spielt KI eine wichtige Rolle.

Inhalt:

Dein Mirror kennt dich besser als du selbst.

Er tut alles, um dich glücklich zu machen.

Ob du willst oder nicht.

Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen – auch gegen deren Willen.

Als sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit geht, hat das unabsehbare Folgen …

 

Das Buch ist ein Thriller, durch und durch. Doch nicht für alle Leser als solcher begreifbar. Denn die Spannung, das Unheimliche ist subtil – geht wenig über unseren Alltag hinaus. Keine Action, keine Verfolgungsjagden, keine Verschwörungstheorien.

Gerade diese subtile Gefahr hat mich erschreckt, wachgerüttelt und zum Nachdenken gebracht. Das Szenario, das so unglaublich erscheint, ist in der Reallität gar nicht mehr so weit weg.

Der Mirror, das elektronissche Spiegelbild und der beste Freund. Schon heute sieht man vor allem in den Industrieländern viele Menschen sich fast ausschließlich mit ihren Smartphones beschäftigen. Viele Gespräche werden unterbrochen, denn die Nachricht auf dem Handy ist wichtiger als das reale Gegenüber. Ein direktes Gespräch – warum? Ich habe doch eine Nachricht geschickt.

Auch wenn der Autor nicht explizit darauf hingewiesen hat,wurde sehr deutlich, wie schon heutige Netzwerke als Datenkraken funktionieren und das keiner richtig weiß, welche Daten alle dort schon abgespeichert sind und wie sie verwendet werden. Jeder Nutzer gibt dort Unmengen an Daten preis ohne sich viele Gedanken zu machen.

Sehr gut gefallen hat mir, dass der Mirror nicht per se verteufelt wird. Es fliessen viele Charaktere ein, bei denen der Mirror eine echte Hilfe im Alltag ist, z.B. für ein blindes Mädchen, dem der Mirror durch Geräusche die Umgebung erkennbar macht. Der Mirror und wie mit ihm umgegangen wird, wird so von vielen Seiten dargestellt. Gut herausgearbeitet wurde dabei auch, wie schnell der Anwender des Mirror davon abhängig wird.

Dabei läßt sich das Buch sehr gut lesen und hat mich fasziniert. Die technischen Details hätten ruhig mehr und vertiefter sein können, reichten aber aus um den Mirror zu erklären.

Mirror ist ein subtiler Thriller, der unaufgeregt ein faszinierendes und erschreckendes Szenario entwickelt, bei dem mir vor der Zunkunft graust. Absolut empfehlenswert.

Der Autor:

Karl Olsberg promovierte über künstliche Intelligenz, war Unternehmensberater, Manager bei einem Fernsehsender und gründete zwei Unternehmen in der New Economy, darunter eine Softwarefirma, die von der Wirtschaftswoche als "Start up des Jahres 2000" ausgezeichnet wurde. 2005 gewann er mit der Kurzgeschichte "Taubers Sammlung" den Schreibwettbewerb des Buchjournals und begründete so seine literarische Karriere.

2007 erschien sein erster Roman "Das System", der es auf Anhieb in die SPIEGEL-Bestsellerliste schaffte und für den Kurd Laßwitz-Preis nominiert wurde. Seine Minecraft-Romane um die "Würfelwelt" erreichten jeweils Platz 2 der Amazon-Bestsellerliste und sind auch in den USA erfolgreich. Olsberg hat drei Söhne und lebt in Hamburg.

Titel: Mirror

Autor: Karl Olsberg

Verlag: Aufbau Taschenbuch

Format: Taschenbuch

Umfang: 400 Seiten

ISBN: 978-3746632346


 

 

Kommentare:

  1. Hey :)

    Das ist jetzt heute beim #litnetzwerk schon das zweite Mal, dass ich dieses Buch sehe - und es klingt wirklich sehr spannend! Ich mag ja solche Themen wirklich gern - auch wenn sie sehr technisch angehaucht sind :).

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hey =)

      Das ist jetzt schon die zweite Meinung, die ich heute zu diesem Buch entdecke. Der Inhalt klingt irre interessant und das Beste ist ja, dass beide Rezensionen positiv sind. Jetzt muss das Buch unbedingt auf meine Liste wandern und dir wünsche ich noch einen schönen Samstag. ^^

      Liebe Grüße
      Katie

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  2. Huhu,

    ich denke, dieses Buch wandert auf meine Wunschliste. Alleine schon, weil du in der Rezension Isaac Asimov erwähnt hast!

    Liebe Grüße,
    Lena

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  3. *lach*

    Na das ist ja mal eine Begründung um das Buch auf die WuLi zu setzen. You made my day. Danke.

    Liebe Grüße

    Martina

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  4. Mit dem Buch liebäugel ich schon eine Weile. Ich schreib es jetzt mal auf die wunschliste. :-D

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